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Indonesien – Molukken und Raja Ampat (Papua)

März 2016

Die Molukken und Raja Ampat in der indonesischen Provinz Papua waren schon lange auf meinem Radar, da sie eine der besten Unterwasserwelten bieten. Während auf den meisten Inseln Indonesien’s während dem Europäischen Winter Regenzeit herrscht, ist der Winter für die Molukken und Papua eine ideale Reisezeit.

Als erstes flog ich nach Ambon, dem Hauptort der Molukken. Es ist eine typische indonesische Stadt ohne nennenswerte Sehenswürdigkeiten, dafür mit vielen, teils gefährlichen Löchern auf und neben den Trottoirs. Da das Schiff auf die Banda-Inseln nur zwei Mal in der Woche in See sticht, verbrachte ich einen Tag länger als geplant in Ambon. Das gab mir Zeit, eine SIM-Karte zu kaufen, um über das Mobiltelefonnetz ins Internet zu gelangen. Auf den Inseln in Papua war das die einzige Möglichkeit, online zu gehen.

Banda Inseln

Nach einer fünfstündigen Bootsfahrt erreichte ich die Banda-Inseln, ein aus sieben kleinen Inseln bestehender Archipel. Heutzutage erinnern bloss ein paar holländische Forts an die Zeiten, als die Muskatnuss nur hier wuchs und die holländische Vereenigde Oost-Indische Compagnie, abgekürzt VOC, mit dem Handel dieses Gewürzes und anderer wie Pfeffer, Nelken und Zimt riesige Profite einstreichte. Um das Monopol über den Muskatnuss-Handel zu erlangen, schreckte die VOC nicht davor zurück, die gesamte Oberschicht Banda’s und ein grosser Teil der Bevölkerung zu ermorden. Wer überlebte, wurde gezwungen, als Sklave in den Gewürzplantagen zu arbeiten.

Auf Banda sah ich zum ersten Mal die Muskatnuss als Samen des Muskatnussbaumes. Der Samen ist von einer rötlichen Ummantelung umgeben.

Die Muskatnuss im Innern der rötlichen Ummantelung ist der Samen des Muskatnussbaumes.

Ebenso neu war für mich, dass Zimt aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen gewonnen wird.

Zimt ist ein Gewürz aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen

Das kleine Städtchen Banda Neira war mir sympathisch. Es herrschte kaum Verkehr. Zu Fuss konnte man den Ort in einer halben Stunde entdecken.

Das VOC Logo der Vereenigde Oost-Indische Compagnie (United East Indian Company) beim Eingang der Kirche in Banda Neira.

Die zwei ehemaligen Freiheitskämpfer Hatta und Syahrir und späteren Premier-Minister Indonesien’s wurden vor der Unabhängigkeit von den Holländern nach Banda ins Exil geschickt. Die beiden bewohnten die schönsten Häuser im Ort und beeinflussten die Einwohner Banda’s bis heute durch ihre Bildungsinitiativen und freiheitlichen Ideen. Eine junge Amerikanerin hat sich in einen Einheimischen verliebt und betreibt mit ihrem Schatz ein Cafe, das frische Fruchtsäfte und gutes Essen anbietet. Ich habe auch ein paar interessante Touristen und Touristinnen kennen gelernt. Zwei erfrischende Holländerinnen erzählten von ihren Reisen, unter anderem in den 70er Jahren mit einem Hippie-Bus durch Afghanistan.

Das beste Schnorchelgebiet in der Gegend befindet sich vor der Insel Hatta. Leider regnete es an dem Tag, an dem die Schnorcheltour geplant war, so dass sie nicht durchgeführt werden konnte. Das gab mir die Gelegenheit, mich länger mit einem Amerikanisch-Britischen Päärchen auszutauschen, das Kirgistan und Usbekistan bereist hatte und mir von ihren dortigen Erlebnissen erzählte. Im Gegenzug gab ich ihnen Tipps über das Reisen auf den Philippinen. Kirgistan und Usbekistan waren nach Dubai meine nächsten Ziele.

Da ich schon bald wieder das Schiff zurück nach Ambon besteigen musste, war ich dieses Mal der Tourist, der weniger lange als andere an einem Ort verweilte. Mir ging es auf dieser Reise vor allem darum zu sehen, ob es mir an diesen Orten gefällt, damit ich auf einer nächsten Reise länger bleiben kann.

Einen Tag nach meiner Abreise kam der Vize-Präsident Indonesien’s nach Banda. Schon Tage vorher erreichten Schiffe und Fähren Banda, die Sicherheitskräfte, Polizei- und Militärfahrzeuge auf diese kleine Insel brachten. Die Einheimischen schmückten derweil das Städtchen und probten Willkommenstänze.

Raja Ampat, Papua

Als nächstes flog ich in die Indonesische Provinz Papua.

Sorong

Auf dem Flughafen Sorong fiel mir eine ältere westliche Dame auf, die vier Taschen Handgepäck bei sich hatte, obwohl eigentlich bloss eines erlaubt war. Ich kam mit ihr ins Gespräch. Helga war eine Österreichische pensionierte Lehrerin, die seit mehreren Monaten in Indonesien unterwegs war. Sie war schon vorher in dieser Gegend und kannte sich bereits aus. Also schloss ich mich ihr an. Den Transfer in die Stadt hatte sie bereits organisiert. Das Hotel stellte sich als kakerlakenverseuchtes Billighotel heraus. So heruntergekommen hatte ich schon lange nicht mehr übernachtet. Ich tröstete mich damit, dass ich dort bloss eine Nacht verbringen würde und dass der Flughafentransfer gratis war. Immerhin war das Bett und das Bad sauber.

Am Hafen von Sorong. Das Trocknen der Fische macht sie länger haltbar.

Insel Kri

Am nächsten Morgen nahmen wir die Fähre nach Waisai, dem Hauptort der Inselwelt von Raja Ampat. Dort holte uns das Boot unseres Resorts ab und brachte uns zur Insel Kri. Ich wusste, dass dieses Resort sehr einfach sein würde. Es gab zwar eine sehr teure Alternative ein paar Hundert Meter dem Strand entlang, aber auch in diesem sogenannten Luxus-Resort schlief man in einfachen Bambus-/Stroh-Hütten. Es war um ein mehrfaches teurer, ohne so viel mehr zu bieten. Während Helga sich für ein billigeres Hüttchen in der zweiten Reihe entschied, wohnte ich in einem Bungalow mit eigenem Bad direkt am Strand. Da es ein bisschen abseits stand, litt ich kaum unter Ratten. Alle Besucher dieser Insel kamen nicht wegen den Resorts, sondern wegen dem Korallenriff mit den unzähligen Fischen, das sich über die ganze Insellänge erstreckte. Wie die Fotos zeigen, war dort die Unterwasser noch intakt. Neben all den Korallen fanden sich unzählige kleine Rifffische, teils in grossen Schwärmen. Daneben sah ich einen Oktopus, eine Meeresschlange und grössere Fische wie Riff-Haie, Barracudas, Papageienfische, Manta-Rochen und riesige Makrelen. Auch Schildkröten begegnete ich regelmässig. Jeder Schnorchelausflug war ein neues Erlebnis. In der Gegend befanden sich weitere tolle Schnorchelorte, die die Gäste des Resorts zusammen mit Booten auf Ganz- oder Halbtagestouren besuchten. Jeder dieser Orte hatte seine Eigenheiten. Entsprechend fanden sich wieder andere Korallen und Unterwasserlebewesen. Ich habe die Unterwasserwelt schon an einigen Orten kennengelernt, aber Raja Ampat war mit Abstand die beste.

Alle Unterwasser Bilder sind vom Schnorcheln in Raja Ampat, Papua.

Ein Papagei-Fisch (engl. Parrot Fish)

Blauflossen-Makrelen (engl. Bluefin Trevally)

Flötenmaulfische (engl. Cornet Fish)

Eine Drückerfisch-Art (engl. Triggerfish)

Ein Forsters Korallenwächter (engl. Freckled Hawk Fish)

Eine Wurmseegurke (engl. Lampert’s Sea Cucumber)

Eine Oktopus-Art (engl. Starry Night Octopus)

Eine Gelblippen-Seekrait (engl. Banded Sea Kraits)

Ein Grosskopf-Schnapper (engl. Humpnose Bigeye Bream)

Ein Schrift-Feilenfisch (engl. Scribbled Filefish)

Ein Pfauenaugenbarsch (engl. Peacock rock cod)

Rotfeuerfisch (engl. Lion Fish)

Ein Falscher Clownfisch (engl. False Clown Anemonefish)

Eine Barsch-Spezie

Ein Blaupunkt-Kugelfisch (engl. Blue Spotted Pufferfish)

Orientalische Süsslippen (engl. Oriental Sweetlips)

Ein Igelfisch (engl. Porcupine Fish)

Ein Tüpfel-Drückerfisch (engl. Titan Triggerfish)

Ein Trompetenfisch (engl. Trumpet Fish)

Langflossen-Fledermausfische (engl. Longfin spadefish)

Ein Krokodil-Hornhecht (engl. Crocodile Needlefish)

… und mit einem Putzerfisch (engl. Cleaner Wrasse)

Weich-Korallen (engl. Soft Corals)

Eine rote Fächerkoralle (engl. Sea Fan Coral) und blaue Röhrenschwämme (engl. Tube Sponge)

Ein Gelber Edel-Haarstern (engl. Yellow Feather Star)

Ein Schwarm von Goldband-Füsilieren (engl. Scissortail Fusilier)

Blauer Streifenfusiliere (engl. Bluestreak Fusilier)

Gelber Blaurücken Füsiliere (engl. Yellow and Blueback Fusilier)

Eine Echte Karettschildkröte (engl. Hawksbill Turtle)

Eine Riesen- oder Dickkopf-Stachelmakrele (engl. Giant Trevally)

Ein Riesenmanta (engl. Giant Manta Ray)

Ein Grosser Barrakuda (engl. Great Barracuda)

Der Grüne Buckelkopf Papageifisch ist die grösste Pagageifisch-Art (engl. Green Humphead Parrotfish)

Schwarzspitzen-Riffhaie (engl. Blacktip Reef Shark)

Und über dem Wasser:

Ein echter Papua-Mann

Die Kinder sind bereits begeisterte Fischer

Mein einfaches Bungalow direkt am Meer

Ein weiteres Resort am gleichen Strand

Auf einer Boottour sah ich diese einfache Übernachtungsmöglichkeit

Ein weiteres Resort im Abendrot

Tauchboote im Stil historischer Segelschiffe traf ich öfters an

Eine Sandbank im Meer

Eine perfekte Abendstimmung

Indonesien und Papua im speziellen sind noch recht rückständig. Bei einigen Treppen hat die letzte Stufe eine andere Höhe, da der Baumeister die Stufen nicht gleichmässig bauen konnte. Auf dem Flughafen zeigen die Uhren unterschiedliche Zeiten an und die vielen Bildschirme zeigen statt der Flugangaben ein Bild des Flughafens. Die Ladestation für Mobiltelefone ist zwar gross angeschrieben, Stromstecker findet man aber keine.

Anschliessend verbrachte ich einige Tage in Dubai.