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Restaurant Albrun, Binn im Wallis

Juni 2019

Auf meiner Reise ins Wallis in der Schweiz im Juni 2019 übernachtete und ass ich im Albrun Restaurant & Pension im Dörfchen Binn im Binntal, das wegen seinem Mineralienreichtum bekannt ist. Es ist kein Zufall, dass im Namen dieses Gasthofes das Restaurant zuerst erwähnt wird. Der Koch Mario Inderschmitten ist ein Meister seines Faches. Als Mitglied und Patissier der Schweizer Kochnationalmannschaft an der Koch-Weltmeisterschaft in Luxemburg und der Koch-Olympiade Erfurt hat er sich einen Namen gemacht. Gault Millau verleiht ihm 15 Punkte.

Wie im Binntal nicht anders zu erwarten, ist die Gaststube sehr heimelig.

Das Frühlings-Tasting-Menu

Als Amouse Bouche wird ein Bärlauch-Cappucino mit gehobeltem Hirschtrockenfleisch serviert.

Der erste Gang ist ein lauwarmer Swiss Alpin Lachs verfeinert mit Hanfsamen, Couscous-Perlensalat mit Apfel und Vanille-Dressing, Kresse und kalter Spargelsuppe mit gerösteten Rapskernen mit Creme fraiche mit Kresseöl

Der zweite Gang ist ein Rarner Eglifilet, Karotten Safran Nage mit Spinat und Kohlrabi-Spagetti.

Als dritter Gang wird ein Bärlauchrisotto mit Grünen Spargeln und Morcheln, verfeinert mit Röstzwiebeln, gehobelte Belperknolle und frittierte Brenneseln serviert. Nach dem Frittieren brennen die Brenneseln nicht mehr.

Als vierter Gang gibt es ein niedergegartes Rindsrückenfilet, Sel de Bex, junge Kartoffeln und weisse gegrillte Spargeln und Radieschen und Petersilienwurzelpurree und Pfeffersauce.

Dann kam ein roter Gommer Fee-Weichkäse mit Baumnüssen, flambiert mit Absinth 53% Vol und Walliser-Roggenfrüchtebrot. Leider verkohlten die Nüsse teilweise. Es war das einzige Missgeschick des Abends. Die Bedienung hat aber sofort frische Baumnüsse nachgereicht.

Das Frühlingserwachen war wieder auf höchstem Niveau: Donut mit Rhabarber-Mousse und Felchlin-Schokolade, Erdbeere-Gel, Butterbrösmel mit Erdbeersorbet, Mohnkuchen und frischer Erdbeere und Anis-Kresse und Rhabarber-Kompott.

Der Abschluss bildeten trachierte Piemont-Haselnüsse, Pfirsich-Loly, innen flüssig, ummantelt mit Ruby Rubina-Schokolade.

Mario Inderschmitten hat eine grosse Leistung geboten. Man glaubt es kaum, dass  in diesem kleinen Bergdörfchen kulinarische Köstlichkeiten auf diesem Niveau angeboten werden. Dieses Menu kostete Fr. 115.-. Das Restaurant und die Pension sind auf jeden Fall eine Reise wert. Auch die Halbpension, bei der ein dreigängiges Abendessen Fr. 39.- kostet, ist empfehlenswert.