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Chile – Patagonien & Chiloe

November 2009

Obwohl ich die Schweiz im Winter verlasse, um der Kälte zu entfliehen, hat es mich dieses Mal in eine Gegend gezogen, die bedeutend kälter ist als die Schweiz: PATAGONIEN. Ein Name, der bei mir Sehnsüchte nach Natur, Wildnis und endlosen Weiten weckte. Dieses Reiseziel war schon lange auf meiner Liste. Leider waren meine Freunde nicht so davon begeistert, so dass ich bis jetzt darauf verzichtete, denn alleine macht es nicht so viel Spass. Erst als zwei Kollegen nach Patagonien reisen wollten, schloss ich mich spontan an.

Ich wurde nicht enttäuscht, wenn auch das Wetter kälter und regnerischer ist, als ich es für die Jahreszeit (es ist ja hier anfangs Sommer) erwartete. Ohne Winterjacke geht man nicht aus dem Haus. Bei meiner Ankunft habe ich naiverweise an der Rezeption nach der Wettervorhersage für die nächsten Tag gefragt. Die Dame hat nur gelächelt. Bald wusste ich warum. Üblicherweise kommen an einem Tag mindestens drei der folgenden vier Wettersituationen Sonne, bewölkt, Regen und Schnee vor. Zudem bläst der Wind oft und sturmartig.

Um Calafate und El Chalten in Argentinien und in der Nähe von Puerto Natales in Chile gibt es tolle Trekkinggebiete. Die Berge sind imposanter als in der Schweiz, die Gletscher näher und enden oft in ihren eigenen Gletscherseen oder im Meer. Wenn man Glück hat, kann man einen Eisabbruch ins Wasser beobachten. So entstehen die Eisberge auf den Seen. Die wilde Natur kombiniert mit dem unberechenbaren Wetter machen den Reiz dieser Gegend aus. Es gibt wohl nicht viele Orte, wo man beim Abendessen Eisberge auf einem See vorbei schwimmen sieht.

Das Essen ist über Erwarten gut (was wohl mit der grossen Anzahl von nach Argentinien eingewanderten Italienern zu tun hat). Ja, auch die die Steaks … Und was gibt es schöneres, als den Abend nach dem Trekking mit einem Late Harvest Süsswein ausklingen zu lassen.

Die Trekks waren tolle Erlebnisse, die mit Regen und Schnee, Sturmwinden, müden Füssen (Laufzeit bis 10 Stunden am Tag, wenn ein Tag die Berge frei gab) und Zelten bei Minustemparaturen (klapper, klapper) erkauft werden mussten. Trotz allem hatten wir sehr grosses Glück mit dem Wetter. Viele Trekker sehen die Highlights wie der Fitz Roy, den Cerro Torre oder die Torres del Paine wegen schlechten Wetters nicht. Wir haben alles gesehen!

Torres del Paine National Park – 5-tägige W-Wanderung

Von Argentinien kommend reisten wir nach Puerto Natales in Chile, das als Ausgangspunkt zum Torres del Paine National Park dient. Die folgenden Bilder sind von der 5-tägigen W-Wanderung. Sie ist so benannt, da der Weg auf der Karte dem Buchstaben W gleicht.

Die Torres del Paines, die dem Park den Namen gaben.

Von Puerto Natales nach Puerto Montt mit dem Navimag Schiff

Anschliessend bin ich mit einem Schiff 4 Tage rund 1‘450 km nordwärts gefahren, zwischen unzähligen, der chilenischen Küste vorgelagerten Inseln. Wie üblich war es meist neblig und regnerisch. Es war sehr reizvoll, in dieser Wetterstimmung zwischen den unbewohnten Inseln und Bergzügen (teils mit Gletschern) zu tuckern. Plötzlich tauchte ein Schiffwreck auf, das auf einem Felsen aufgelaufen war. Der Kapitän wollte das Schiff versenken, nach dem er die Ladung Zucker verkauft hatte. Danach wollte er die Versicherungssumme kassieren. Leider war die Stelle viel zu wenig tief, so dass leicht zu sehen war, dass die Ladung nicht mehr auf dem Schiff war. Das kostete ihn die Kapitänslizenz und 2 Jahre Gefängnis. Sehr bizarr, an diesem 40-jährigen Wrack vorbei zu fahren.

Insel Chiloe

In Puerto Montt angekommen, reiste ich weiter auf die nahe gelegene Insel Chiloe.

Puerto Varas

Meine nächste Destination Puerto Varas ist ein Städtchen im chilenischen Lake District, wo es einige Seen und Vulkane gibt. Die Gegend wäre bei schönem Wetter wundervoll. Leider regnete es die ganze Zeit. Von meinem Zimmer aus hätte man den Vulkan Orsono sehen können. Er hat eine fast vollkommene Kegelform und wird deshalb auch den Fuji von Chile genannt. Man merkt sofort, dass hier vor rund 150 Jahren vor allem Deutsche eingewandert sind. Die Dame an der Rezeption war stolz darauf, dass sie in der fünften Generation immer noch Deutsch spricht. Hier halten die Autos für die Fussgänger, es gibt leckere, gutbürgerliche Kost, Kuchen (u.a. Schwarzwäldertorten) und natürlich eigengebrautes Bier. Ein Minimercardo hiess tatsächlich „Tante Emma“.

Anschliessend reiste ich über die Anden nach Bariloche in Argentinien, dann weiter zum Naturparadies Peninsula Valdès und nach Buenos Aires. Diesen Reisebericht findest Du hier.