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Argentinien – Bariloche & Umgebung

Dezember 2017 – Januar 2018

In den Reiseberichten meiner beiden vorherigen Argentinien-Reisen sind viele Beschreibungen enthalten, die ich nicht wiederhole. Es lohnt sich daher, diese noch einmal anzuschauen. Sie können mit den beiden untenstehenden Links geöffnet werden. Die Gegend um Bariloche habe ich schon 2009/2010 besucht.

Reisebericht Argentinien 2015: Salta, Humauaca, Iruya, Purmamarca, Cafayate, Cachi, Cardones National Park, Ruta 40, San Miguel de Tucuman, Ischigualasto National Park, Talampaya National Park, Laguna Brava, Chilecito, Mendoza

Reisebericht Argentinien 2009: Patagonien (Calafate, Perito Moreno Glacier, El Chalten, Fitz Roy, Torres del Paine National Park), Schifffahrt von Puerto Natales nach Puerto Montt, Chiloe, Puerto Varas, Bariloche, Peninsula Valdès, Buenos Aires

Siehe auch den Reisebericht über den Nordwesten Argentiniens Nov 2017

San Carlos de Bariloche

Eigentlich wollte ich vor meinem Abstecher nach Bariloche, Argentinien, den Puyehue-Nationalpark in Chile besuchen. Da für die nächsten Tage Regen und Nebel prognostiziert wurde, reiste ich früher als geplant über einen Andenpass nach Bariloche in Argentinien. Hier schien wieder die Sonne.

Ich kannte Bariloche bereits von meinem Besuch im Jahre 2009. Die stahlblauen Seen und die grossartigen Aussichten sind mir in Erinnerung geblieben. Dieses Mal wollte ich mir mehr Zeit nehmen und auch die Orte San Martin de los Andes und Villa La Angostura besuchen.

Bariloche liegt am weit verzweigten See Nahuel Huapi. In der Nähe befinden sich weitere kleinere Seen. Von den Bergen geniesst man beeindruckende Aussichten über diese fantastische Seenlandschaft. In der Schweiz ist die Gegend am ehesten mit dem Engadin zu vergleichen mit dem Unterschied, dass es hier mehr Seen und Aussichten gibt.

Cerro Campanario

Auf Anraten der Bed & Breakfast-Besitzerin unternahm ich eine kleine Wanderung auf den Cerro Campanario, von dem ich gemäss National Geographic einen der acht schönsten Panoramablicke der Welt geniessen konnte. Und tatsächlich war die Aussicht überwältigend. Der starke Wind und die vielen Leute, die mit dem Sessellift auf den Berg kamen, beeinträchtigten das Erlebnis ein bisschen.

Cerro Llao Llao

Am letzten Tag des Jahres bestieg ich den Cerro Llao Llao. Ausgangspunkt war das Fünf-Sterne-Llao Llao Hotel.

Das Panorama von diesem Berg beeindruckte mich noch mehr. Zudem waren hier nur wenige andere Wanderer anzutreffen. Das intensive Blau der Seen kontrastierte mit dem satten Grün des Waldes. Dank der guten Fernsicht waren auch weit entfernte Details gut auszumachen. Ein magischer Ort!

Villa Tacul-Strand

Weiter ging’s zum Villa Tacul-Strand, an dem die Einheimischen trotz dem kalten Wasser badeten. Hier finden sich auch ein paar Arrayán-Bäume, die durch ihre rotgefleckte Rinde auffallen. Diese Bäume kommen in dieser Gegend gehäuft vor und können bis 600 Jahre alt werden.

Ich hätte das Jahr fast hungernd abschliessen müssen, denn ich wurde überrascht, dass am Silvester im touristischen Bariloche fast alle Restaurants geschlossen waren. Die wenigen offenen waren schon komplett ausgebucht. Nach einer stündigen Wanderung durch die Stadt fand ich ein geöffnetes Steak-Haus, das ich bei anderer Gelegenheit nicht besucht hätte. Der Wirt beschied mir, dass er gleich schliessen werde und er keine Bestellungen mehr annehmen könne. Auf mein Bitten und meinen Hinweis, dass ich schnell essen werde und sonst hungernd das Jahr abschliessen müsste, meinte er, er bespreche das mit dem Küchenpersonal. Ich bekam dann doch noch ein Steak und er gab mir sogar mehr Zeit. Ich war schlussendlich nicht der letzte Gast, der das Restaurant verliess.

Refugio Frey

Am 1. Januar war ich schon früh auf den Beinen, denn ich wollte in vier Stunden zum Refugio Frey im Nahuel Huapi National Park wandern. Gemäss Fahrplan sollte der Bus zum Ski-Resort Catedral, dem Ausgangspunkt der Wanderung, an jedem Tag, also auch am 1. Januar fahren. Diese Information stellte sich als falsch heraus. Ich fuhr schlussendlich mit einem Österreicher im Auto eines Angestellten der örtlichen Busgesellschaft nach Catedral.

Das Refugio, eine Berghütte, steht am Rande eines Bergsees und am Fusse eines Tales, das umringt ist von stark zerklüfteten Bergen. Kein Wunder, ist diese Gegend ein Kletterparadies! Auch hier wollte ich so lange wie möglich bleiben, bevor ich dann doch den unvermeidlichen Abstieg antrat.

Neuquén

Für die nächsten Tage waren nun auch in Bariloche schwere Regenfälle und sogar Sturm angesagt. Eigentlich wollte ich zurück nach Chile, doch auch dort war das Wetter für meine geplanten Wanderungen nicht geeignet. Ich studierte die Karte und die Wettervorhersagen diverser Orte. Die nächste grössere Stadt in Argentinien war das 440 km entfernte Neuquén. Die Wettervorhersage stimmte. Als ich dann im Reiseführer Lonely Planet las, dass drei Weingüter „just out of town“ zu finden sind, war die Entscheidung schnell getroffen. Schon am nächsten Tag war ich mit dem Bus nach Neuquén unterwegs. Die Weingüter waren dann 65 km ausserhalb der Stadt. Entfernungen sind in Argentinien halt relativ.

Ein Mitarbeiter des Hotels in Neuquén war dank seinen Schweizer Vorfahren auch Schweizer Staatsbürger. Er sprach allerdings kein Deutsch und war noch nie in der Schweiz. Stolz zeigte er mir die Tätowierung des Schlosses Habsburg auf seinem Unterarm. Schade, dass ich davon kein Bild gemacht habe.

Am nächsten Tag besuchte ich die zwei Weingüter Schröder und Fin del Mundo. In der Bodega Malma genoss ich ein vorzügliches Mittagessen. Diese Weingüter produzieren mehrere Millionen Flaschen Wein pro Jahr und sind damit viel grösser als die in Cafayate im Nordwesten Argentiniens. Darunter leidet die Qualität. Die Weine im Nordwesten gefielen mir klar besser.

Weingut Familia Schroeder

Das Weingut der aus Deutschland ausgewanderten Familie Schröder bestand aus einem modernen Besucherzentrum und einer informativen Tour. Ihr Restaurant ist bekannt. Eine Wein-Linie trägt den Namen Saurus, da auf dem Gelände des Weingutes Saurierknochen gefunden wurden.

Weingut Fin del Mundo

Das Weingut Fin del Mundo war noch grösser und moderner.

Da sonst in Neuquén nichts zu sehen war und das Wetter sich in Bariloche wieder von der freundlichen Seite zeigte, kehrte ich am nächsten Tag nach Bariloche zurück, wo ich meine Weiterreise nach San Martin de los Andes plante.

San Martin de los Andes

Von Bariloche erreicht man San Martin de los Andes über die wunderschöne 190 km lange Sieben-Seen-Strecke, die, wie der Name sagt, an sieben Seen vorbei führt. Es ist ein kleines Städtchen am Lácar See, das vor allem vom Tourismus lebt. Ich habe einige Wanderungen unternommen. Die wohl schönste führt zum Aussichtspunkt Bandurrias über den Lácar See.

Eine weitere Wanderung führte mich auf den Cerro Colorado, dessen Gipfel mit Blumen übersät war.

Villa La Angostura

Meine letzte Station in Argentinen war das Touristen-Städtchen Villa La Angostura, das am gleichen See liegt wie Bariloche, dem Nahuel Huapi See. Dieser Ort ist in Argentinien berühmt, da Präsident Macri hier ein regelmässiger Gast ist. Die Hauptattraktion ist der Los Arrayanes National Park, eine 12 km lange Halbinsel, auf der jahrhundertealte Arrayán-Bäume in grosser Zahl vorkommen. Die Wanderung durch den Park bietet viele grossartige Ausblicke auf See und Berge.

Anschliessend fuhr ich mit dem Bus über die Anden durch den Puyehue-Nationalpark zurück nach Chile.

Die Gegend um Bariloche war teurer und wegen der südlichen Lage kühler als im Nordwesten. Abends zog ich jeweils einen leichten Pullover an. Am Tag war das T-Shirt die richtige Bekleidung. Ab Anfang Januar begannen die Argentinischen Sommerferien. Danach wurde es schwieriger, eine geeignete Unterkunft zu finden. Die wunderschöne Gegend um Bariloche zog auch unzählige Studentinnen und Studenten an, die mit Rucksack und Zelt unterwegs waren und die vielen Zeltplätze besetzten.