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Philippinen – Negros und Boracay

Februar / März 2016

Auf meinem bisher längsten Flug auf die andere Seite der Erdkugel war ich 33 Stunden und 20 Minuten mit der KLM von Lima via Amsterdam nach Manila unterwegs, inklusive 5.5 Stunden Aufenthalt in Amsterdam. Die Zeitdifferenz betrug maximal mögliche 12 Stunden. Ich hatte sehr viel Respekt vor diesem Flug und dachte, dass ich leiden würde. Zu meiner Überraschung verliefen die Flüge in den neuen 777-Flugzeugen sehr angenehm. Die Zeit verging mit essen, unbekannten Filmen schauen und schlafen im wahrsten Sinne des Wortes im Fluge. In Manila erwartete mich ein 5-Sterne Hotel, damit ich mich nach dem langen Flug erholen konnte. Die ersten beiden Tage erwachte ich bereits um 4:30. Am dritten Tag war ich auf die neue Zeit eingestellt. Ich war geschockt, dass ich in Manila immer noch Familien mit Babies auf dem Trottoir schlafen sah.

Strand auf der Insel Negros

Ich machte mich auf zu einem Strand auf der Insel Negros, wo ich den Schweizer Bademeister traf, der auch jeden Winter am Reisen ist. Es ist ein 1 Kilometer langer Sandstrand mit der richtigen Ausrichtung für perfekte Sonnenuntergänge. Da er 6-7 Stunden Fahrzeit vom nächsten Flughafen entfernt ist, haben viele Touristen schlicht zu wenig Zeit, um diesen Ort zu besuchen. Es herrscht hier eine ruhige, familiäre Atmosphäre. Von den 8 Resorts sind 6 in Schweizer Hand und eines hat einen Deutschen Besitzer. Ein weiterer Schweizer betreibt eine Rockbar. Da die Resortbesitzer selbst auf diesem paradiesischen Stückchen Erde wohnen und wollen, dass es so erhalten bleibt, findet hier kaum Wachstum statt. Welch eine Ausnahme in der wachstumsgetriebenen Tourismusindustrie! Damit es hier so friedlich bleibt, erwähne ich den Namen des Strandes hier nicht.

Strand auf der Insel Negros: Ein hoffentlich noch lange friedliches Stückchen Erde

Dank einer mondlosen Nacht und wenig Lichtverschmutzung sind Millionen von Sternen und die Milchstrasse sichtbar.

Boracay

Gerade das Gegenteil fand ich auf meiner nächsten Destination, der Insel Boracay. Das Ziel ist hier, jedes Jahr mehr Touristenankünfte zu erreichen. Besuchten 2001 265‘000 Leute die Insel, waren es 2015 1‘560‘000, fast eine Versechsfachung! Noch vor nur fünf Jahren wurden bloss halb so viele Besucher gezählt. Koreaner und Chinesen machen heute 30% aller Ankünfte aus und 2015 besuchten erstmals mehr Ausländer als Philippinos die Insel. Von immer mehr koreanischen und chinesischen Städten gibt es unterdessen billige Direktflüge. Und die zusätzlich benötigten Arbeitskräfte müssen auch auf der Insel wohnen und sich fortbewegen.

Das Ferienerlebnis hat sich daher in den letzten Jahren stark verändert. Immer mehr Unterkünfte wurden gebaut, der Verkehr hat zugenommen, vor dem Strand liegen mehr Boote und in Strandnähe schwimmen grüne Algen, die sich von den zusätzlichen Nährstoffen aus dem Touristenboom ernähren. Der Stand ist immer noch lang, weit, verkehrsfrei und der Sand pulvrig. Die Sonne geht weiter unter, obwohl immer mehr Boote den Horizont unterbrechen. Trotzdem ist die Stimmung nicht mehr die gleiche.

Ich ging jeden Morgen vor dem Morgenessen schwimmen, joggte am Strand oder fuhr mit dem Velo zum Shangri-La Resort, das sich an einem anderen Strand befindet. Ansonsten verbrachte ich den Tag mit lesen, Investment-Analysen, Fotos bearbeiten und Reisebericht schreiben. Mein Zimmer mit einer der besten Meersichten von ganz Boracay reservierte ich bereits 6 Monate vorher. Überraschenderweise gibt es wenige Zimmer mit dieser Meersicht. Die Hotels sind nach hinten gebaut. An der Front sind fast immer öffentliche Räume platziert. Ein Kollege aus der Schweiz besuchte mich und hat mir die letzten Sachen mitgebracht, die die Putzfrau in Mendoza entfernt hatte. Die Restaurants können nicht mit meinen Erlebnissen in Südamerika konkurrenzieren, aber die Vielfalt ist gross und für Philippinische Verhältnisse sind sie auf gutem Niveau. Nach dem Nachtessen gibt es viele Möglichkeiten, bei Live- oder DJ-Musik ein Bier zu trinken und zu tanzen.

Sonnenuntergang von meinem Balkon

Meine nächste Destination war Ambon auf den Molukken in Indonesien. Dort und auf Papua besuche ich einige der weltweit besten Schnorchelgegenden. Die Unterwasserkamera ist bereit.