Dezember 2025 / Januar 2026
Inhaltsverzeichnis
Dakar
Von Ruanda flog ich nach Dakar, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Senegal. Dakar breitet sich auf der westlichsten Halbinsel des afrikanischen Kontinents aus. Der Grossraum Dakar hat rund 4 Millionen Einwohner. Hier konnte ich mein Französisch so gut es ging anwenden.
Die Stadt besteht aus unzähligen Gassen, in denen das Leben pulsiert. Auch Handwagen, mit denen schwere Lasten transportiert werden, sind weit verbreitet.
Am schönsten sind die vorgelagerten kleinen Inseln, von denen ich die zwei Interessantesten besuchte.
Gorée Insel (franz. Île de Gorée)
Die Fähre zur Insel fährt vom Hafen von Dakar ab. Hier kaufte ich sogleich das Ticket für die 3 Wochen später stattfindende Reise mit der Fähre ‚Aline Sitoe Diatta‘ von Ziquinchor nach Dakar. Da ich früh buchte, konnte ich die Zweierkabine reservieren, die beste Kategorie. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen sah ich links auf dem Bild die Fähre.

Die Insel ist bloss 4 km vom Festland entfernt.
Sie ist etwa 900 Meter lang und 330 Meter breit und hat weniger als 2000 Einwohner. Sie hat eine wechselvolle Geschichte. Einerseits war sie zwischen 1526 und 1848 ein wichtiges Zentrum des Sklavenhandels, andererseits war die Insel auch strategisch wichtig für die Verteidigung von Dakar.
Ankunft auf der Insel

Es gibt viele historische Häuser zu bestaunen.




Ein Restaurant servierte Omelette mit Fischfüllung, die wunderbar schmeckte und den Magen füllte.


Baobab-Bäume und Kunst auf dem Weg zum höchsten Punkt der Insel

Gedenkstätte Gorée-Almadies (franz. Mémorial Gorée-Almadies)
Dieses Monument erinnert an die Sklavenvergangenheit der Insel und an den Kampf für die Freiheit.

Ganz in der Nähe erinnern verrostete Abwehrkanonen an die strategische Lage der Insel vor der Küste Dakars.


Einige Abwehranlagen sind von Künstlern übernommen worden, die sich hier ein Zuhause aufgebaut haben.



Ein pittoreskes Restaurant

Ein Nagelfetisch. Jeder eingeschlagene Nagel repräsentiert einen Vertrag, eine Bitte oder ein gelöstes Problem.


Sklaven-Haus (franz. Maison des Esclaves)
Ein früheres Durchgangszentrum für Sklaven, hält dieses Museum nun die Erinnerung an den Sklavenhandel wach.

Ein lohnenswerter Tagesauflug!
Ngor Strand auf dem Festland
Am nächsten Tag fuhr ich mit einem Taxi zur Nordküste von Dakar an den Strand von Ngor.




Für ein kleines Entgelt fuhren Boote zur Insel Ngor.
Blick zurück auf das Festland

Insel Ngor (franz. Ile de Ngor)
Ngor ist eine kleine Insel, rund 600 Meter lang und an der breitesten Stelle 350 Meter breit.


Auf dem Rückweg machte ich beim Denkmal der afrikanischen Renaissance halt.
Denkmal der afrikanischen Renaissance (franz. Monument de la Renaissance africaine)
Die 50 Meter hohe Statue wurde zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Senegals eingeweiht und soll die afrikanische Wiedergeburt und Auferstehung zeigen. Effektiv wurde sie ein Symbol von Verschwendung von dringend anderweitig benötigten Staatsgeldern, Korruption, Bauverzögerungen und ausländischem Einfluss, denn das in stalinistischem Stil ohne Bezug zu Afrika erstellte Denkmal wurde von einer nordkoreanischen Firma erbaut, die Erfahrung mit monumentalen Denkmälern hatte.

Platz der Unabhängigkeit (franz. Place de l’Independance)
Ende Dezember war der Platz weihnächtlich geschmückt.

Vor allem abends kamen die beleuchteten Skulpturen bei der Bevölkerung gut an.


Saly
Nach 3 Tagen in Dakar reiste ich 90 km Richtung Süden zum Badeort Saly. Leider war der Taxifahrer nicht ehrlich und versuchte, trotz schriftlich abgemachtem Preis noch mehr heraus zu holen.
Der Strand ist ideal zum Baden und Joggen.
Neben dem Tourismus ist die Fischerei weiterhin eine Einnahmequelle. Hier ziehen Fischer ein Netz an Land.

Der Ort ist noch sehr traditionell. Die meisten Strassen sind Sandstrassen und Kühe laufen durch den Ort.

Kinder beim Spielen am Strand.

Fischerboote und Sonnenuntergang



Beim Spazieren traf ich auf diese Trommelband beim Üben …

… und auf diesen Fischer im Abendrot.

Lagune von Somone
Ein Tagesausflug führte mich von Saly zum 13 km entfernten Ort Somone, wo der Somone Fluss ins Meer fliesst und eine Lagune bildet.
Händler verkaufen Souvenirs aus dem Meer

Die Sandbank auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfes Somone, wo sich Restaurants und Bars befinden. Boote der Restaurants warten auf Gäste, die sie über den Fluss und zum jeweiligen Restaurant bringen.


Eine Bootsfahrt in der Lagune ist ein Muss!

Austernzucht







Mein Lieblingsbild: Ein Fischer wirft sein Netz aus.

Das Rasta-Restaurant ‚Chez Bob‘ ist beliebt.

Joal-Fadiouth
An einem anderen Tag besuchte ich ein Dorf auf einer über Jahrhunderte entstandenen künstlichen Insel aus Muscheln.

Die Einheimischen halten Schweine als Nutztiere.


Da es auf der Insel keinen motorisierten Verkehr gibt, kommen Pferdefuhrwerke zum Einsatz.

Neben der christlichen Kirche ‚Eglise Saint-François-Xavier‘ gibt es auf der Insel auch eine Moschee.

Auf einer weiteren Insel befindet sich der Friedhof mit seinen vielen eindrücklichen Baobab-Bäumen.


Ich fuhr rund 60 km weiter Richtung Süden und verbrachte in paar Tage am Nebenfluss Marogit de Dojor bei Mar Fafako. Meine erste Station war das kleine Dorf Dangane, von dem die Boote ins weitverzweigte Flusssystem abfahren. Leider verpasste ich das Boot in meine Richtung, aber mein AIRBNB-Gastgeber fand ein privates Boot, mit dem ich kostenlos mitfahren konnte.

Mar Fafako
Der mittlere Bungalow war meiner. Die Toilette und die Dusche befanden sich im Haupthaus am Strand.

Ein abendlicher Spaziergang dem Fluss entlang.


Am nächsten Tag wanderte ich in rund einer Stunde von meiner Unterkunft ins nächstgrössere Dorf Mar Lodj. Am Fluss ragten einige Stege ins Wasser.



Dorf Mar Lodj
Auch hier sind die Menschen vor allem per Pferd unterwegs.

Ich fragte eine Frau nach einem Restaurant, doch es gab keines. Stattdessen bot sie mir an, für mich zu kochen. Also folgte ich ihr zu ihrem Haus, das sie zusammen mit ihrer Schwester bewohnt. Zuerst bereitete sie mir einen senegalesischen Kaffee zu.

Das Essen bestand aus einem vegetarischen Eintopf.
Im Dorf mörserte eine Frau Getreide.

Die Kinder sind gut drauf!

Auf dem Rückweg sah ich diesen Krebs, der sich in seiner Höhle versteckt.

Sonnenuntergang von meinem Bungalow

Um zu Cap Skirring, meiner nächsten Destination in Senegal zu kommen, musste ich durch Gambia reisen.
Von Gambia reiste ich weiter zur senegalesischen Stadt Ziquinchor, wo ich eine Nacht verbrachte. Am nächsten Tag nahm ich den Bus an den 72 km entfernten Strand von Cap Skirring.
Cap Skirring
Der Ort wurde ab den 1960er Jahren ein Badeort für die Franzosen von Ziquinchor und heute ist der Tourismus neben der Fischerei der wichtigste Wirtschaftszweig.
Der Ort hat eine entspannte Atmosphäre mit seinen kleinen Restaurants. Der Strand ist lang und eignet sich sehr gut zum Joggen. Einzig die vielen toten Fische am Strand stören und führen dazu, dass die Jogging-Schuhe noch Tage danach nach Fisch riechen, auch wenn ich nicht direkt auf die Fische trat.

Wie überall in Senegal gibt auch hier Kühe am Strand.

Etwas abseits vom Touristenstrand sind die Fischer mit hunderten von Booten an der Arbeit.


Das Hotel ‚La Pailotte‘ hat ein gutes Restaurant.

Während meinem Aufenthalt fand das ‚Africa Cup‘ Fussballturnier statt. Nachdem Senegal 1:0 gegen Ägypten gewonnen hatte und damit in den Final einzog, wurde am Strand vor Freude ausgiebig getanzt.


Am Strand stellten Verkäufer ihre kreativen Holzvögel aus.

Jeweils Freitag gibt es bei ‚Chez Roland‘ ein Buffet und Live-Musik.

Eine religiöse Stätte der Diola Kultur


Fahrrad-Tour um Oussouye
Mit dem Sammeltaxi erreichte ich das rund 30 km von Cap Skirring entfernte Dorf Oussouye im Landesinneren, wo ich ein Fahrrad mietete. Damit konnte ich die umliegenden Dörfer erkunden, die kaum ein Tourist besucht. Das Dorf ist das Zentrum des Diola-Volkes, das in Gambia, im Süden Senegals und Guinea-Bissau verbreitet ist.
Ein kleiner See am Weg

Zuerst radelte ich ins 6 km entfernte traditionelle Dorf Siganar. Auf dem Hauptplatz traf ich einen jungen Mann an, der Wasser aus dem Dorfbrunnen schöpfte.

Obwohl die Diola offiziell Christen sind, leben die meisten ihren animistischen Glauben weiter. Das Bild zeigt einen heiligen Fetisch-Platz.

Diese freundliche Familie lud mich zu einem Tee ein.

Viele Gebäude sind aus Lehm. Hier wird gerade eine Lehm-Mauer gebaut.

Ein weiterer Fetisch-Platz in einem heiligen Wald

Mit der Fähre von Ziquinchor nach Dakar
Um die lange Fahrt durch Gambia zu vermeiden, fährt die Fähre ‚Aline Sitoe Diatta‘ zwei Mal pro Woche von Dakar nach Ziquinchor und zurück. Das 2008 in Betrieb genommene Schiff ist nach einer Widerstandskämpferin gegen die koloniale französische Herrschaft benannt, die im Alter von 24 Jahren in einem französischem Konzentrationslager starb. Mit dem Ein- und Auschecken dauerte die Fahrt der Küste entlang und durch die Mündung des Gambia-Flusses rund 15 Stunden. Ich teilte die 2er-Kabine mit einem Franzosen.

Bevor das Schiff das offene Meer erreicht, fährt es anfangs im Cassamance-Fluss, wo uns Delphine begleiteten.

An der Mündung des Flusses machte das Schiff einen Halt an der Karabane-Insel.

Nach einem recht guten Schlaf wurde in Dakar frühmorgens für Leute mit einer Kabine auf dem Schiff ein Frühstück serviert. Noch bevor die Sonne aufging, war ich in Dakar.
Saint-Louis
Mit dem Bus dauerte die Fahrt von Dakar nach Saint-Louis rund 5 Stunden. Die Stadt war von 1673 bis 1902 Hauptstadt der französischen Kolonie Senegal. Seit dem Jahr 2000 ist die Stadt ein UNESCO Weltkulturerbe.
Hotel de La Poste
Dieses historische Hotel war die Unterkunft all der Postpiloten, die auf dem Weg von Europa nach Südamerika in Saint-Louis den obligaten Zwischenstopp einlegten. Im Gebäude gibt es nun ein Museum über die Postfliegerei.

Die Altstadt breitet sich über zwei vorgelagerte Inseln aus.




Zwischen den beiden langgezogenen Inseln gibt es einen Kanal, wo die Fischer ihre Schiffe festmachen.



Die äussere Insel ist noch weniger entwickelt. Überall gibt es Tiere.

Sogar Pelikane sind eingesperrt.





Ziegen kletterten auf Fischernetze.

Das Fischereizentrum, wo die gefangenen Fische in Körben und Säcken umgeschlagen werden.

Die Schafe weiden im Abfall. Nach diesem Anblick wurde ich während meines restlichen Senegal-Aufenthaltes zum Vegetarier.



L’archipel de Musées
Auf der äusseren Insel zeigt ein Künstlerkollektiv verteilt auf acht koloniale Gebäude gegenwärtige und traditionelle senegalesische und afrikanische Kunst.








Meissa Fall
Der nur ‚Fm‘ genannte und weit über Saint-Louis hinaus bekannte Künstler Meissa Fall schafft Kunstwerke aus Metallschrott.




Meine 3½-wöchige Reise durch dieses abwechslungsreiche und wenig besuchte Land eröffnete mir weitere Einblicke in den faszinierenden afrikanischen Kontinent.
Nach der Rückreise nach Dakar flog ich nach Kapstadt in Südafrika.
