Januar 2026
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Gambia ist der kleinste Staat Afrikas und ausser dem Küstenabschnitt vollständig von Senegal umgeben. Es ist 480 km lang, 10 bis 50 km breit und folgt dem Lauf des Gambia-Flusses. Wer in Senegal der Küste entlang vom nördlichen zum südlichen Teil reisen will, muss daher Gambia durchqueren.
Während die Ausreise von Senegal problemlos vonstatten ging, wurden die ausländischen Touristen auf der gambischen Seite einzeln in ein Büro zu einem Grenzbeamten geführt, der fragte, wohin ich reise. Ich erzählte ihm von meiner ersten Station der Gambia-Reise und beantwortete auch seine Frage, wie lange ich dort sein werde. Er folgerte daraus, dass ich bloss ein sieben-Tage Visa brauche. Ich hingegen ging davon aus, dass dies bloss Smalltalk war und dass ich als Schweizer 30 Tage Aufenthaltserlaubnis erhalten werde. Denn ich wollte auch noch das Landesinnere bereisen. Danach hatte der Grenzbeamte aber nicht gefragt. So erhielt ich also ein 7-Tagesvisa, obwohl ich 8 Tage im Land bleiben wollte. Das bemerkte ich leider erst, als ich bereits in meiner Unterkunft war. In Zukunft will ich den Einreisestempel gleich prüfen und schon proaktiv mitteilen, wie viele Tage Aufenthalt ich möchte. Anschliessend fragte der Grenzbeamte noch nach einem Trinkgeld, das ich aber ohne Probleme verweigern konnte.
Mit einem Bus reiste ich 20 km an den Fährhafen von Barra, wo es nach langem Warten mit einer vollen Fähre während 30 Minuten über den 5 km breiten Gambia-Fluss zur Hauptstadt Banjul ging.

In Gambia ging alles schief. Am Tag meiner Anreise informierte mich der Besitzer der Wohnung, die ich über Booking gebucht habe, dass die Wohnung wegen Sanitär-Problemen nicht verfügbar sei. Er wolle mir aber eine gute Alternative bieten. Während meine gebuchte Wohnung nur wenige Meter vom Strand entfernt war, schlug er ein kleines Hotelzimmer 1 km vom Strand entfernt vor, was für mich nicht in Frage kam. Er zeigte mir eine weitere Wohnung, ebenfalls weit weg vom Strand. Als ich auch diese nicht akzeptierte, fand er in einem Gebäude nicht weit weg von meiner gebuchten Wohnung eine Unterkunft. Diese gehörte einem Bekannten von ihm, der sie gerade nicht brauchte. Sie war in Ordnung, ausser dass sie an einer riesigen Baustelle lag. Da es Anfang Januar Hochsaison war, hatte ich keine andere Wahl, als diese Wohnung zu akzeptieren. Enttäuscht war ich von Booking, denn sie wollten mir keine Entschädigung zahlen. Anscheinend kann der Gastgeber jederzeit ohne Konsequenzen kündigen. Der Kunde hingegen muss den vollen Preis bezahlen, wenn er so kurzfristig kündigt.
Ich fand schnell heraus, dass das Beste an der Wohnung die Nachbarschaft zum 5-Sterne Hotel Coco Ocean Resort & Spa Hotel war, wo ich regelmässig zum Frühstücksbuffet und zum Nachtessen hinging.
Coco Ocean Resort & Spa Hotel
Es ist ein für Gambia sehr schönes Hotel und das Essen war für die hohe Qualität nicht teuer.






Banjul
Von meiner Wohnung waren es rund 20 km bis zur Hauptstadt, die ich mit zwei Mal umsteigen mit den öffentlichen Bussen erreichen konnte.
Es ist eine herunter gekommene Kleinstadt mit rund 30’000 Einwohnern. Als erstes versuchte ich, mein Aufenthalts-Visa zu ändern und ging zur Einwanderungsbehörde, die völlig überfüllt war von Menschen, die stundenlang auf ihre Papiere warteten. Als ich einer Beamtin am Eingang mein Anliegen erklärte, begleitete sie mich sofort an all den Leuten vorbei zu einer Vorgesetzten in ein Büro, wo ich dafür plädierte, dass der Mann an der Grenze einen Fehler gemacht hatte, da ich als Schweizer Anrecht auf 30 Tage habe. Die Grenzbeamtin wollte davon nichts wissen und schlug mir stattdessen eine Verlängerung vor, die USD 20 kostete. Damit war ich nicht einverstanden. Denn ich hatte bereits einen Plan, wie ich die Aufenthaltserlaubnis kostenlos und legal verlängern konnte.
Royal Albert Markt
Afrikanische Märkte sind immer interessant.



Senegambia
Auf dem Rückweg machte ich einen Stopp in Senegambia, dem Haupttouristenort, wo wohl 99% der Gambia-Touristen ihre Ferien verbringen. Es gibt ein paar Strassen um den berüchtigten Gambia Strip, die voller Restaurants, Bars und Tourenanbieter sind. Sextourismus für Frauen und Männer ist weit verbreitet.
Am Strand, aber auch schon vorher in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wurde ich immer wieder von Frauen angesprochen und hatte am Ende des Tages einige Telefonnummern erhalten. Auch junge Männer kamen auf mich zu. Aber ich war nicht interessiert.

Tagesausflug zum Fathala Wildlife Reserve in Senegal
Ich wollte sowieso das nahe bei der Grenze liegende Wildtier-Reservat in Senegal besuchen. Damit konnte ich erneut nach Gambia einreisen und damit meine Aufenthaltserlaubnis verlängern.
Ich nahm wiederum die Fähre über den Fluss und fuhr dann mit einem Bus bis zur Grenze, wo ich dieses Mal dank meiner Erfahrung vom vorigen Grenzübertritt keine Probleme hatte.

Ein Motorradfahrer nahm mich die nächsten 7 km bis zum Wildtierreservat mit.
Da es keine anderen Leute hatte, musste ich für mich alleine einen Jeep und Führer buchen. Die Kosten hielten sich mit ca. USD 70 in Grenzen. Dafür sollte ich eine zweistündige Safari erhalten. Schon bald sahen wir die ersten Tiere.



Riesen-Elenantilopen (engl. giant eland) mit ihren langen, verdrehten Hörnern

Auch ein Nashorn lebt im Park, das ausgestreutes Heu frass. Ich fragte meinen Führer, wieso dieses Männchen kein Weibchen zur Seite hat und war überrascht zu hören, dass der Bulle eine Gefährtin hatte, er das Weibchen aber tötete.

Nach einer Stunde endete die Safari bereits. Ich machte meinen Führer darauf aufmerksam, dass mir zwei Stunden versprochen wurde. Der Führer meinte darauf, dass es einfach nicht mehr zu sehen gäbe.
Bijilo Strand
Zurück in Gambia am Strand vor dem Coco Ocean Resort genoss ich die Abendstimmung.


Mietautofahrt ins Landesinnere
Ich wollte auch das Landesinnere kennen lernen und mietete daher online ein paar Tage vorher ein Mietauto, das ich am Flughafen abholen wollte. Wie so vieles in West-Afrika war dieses Auto teuer, etwa doppelt so teuer wie vergleichbare Mietwagen in Südafrika.
Ich stand früh auf, damit ich rechtzeitig am Flughafen war. Aber als ich dort ankam, war niemand bei der Mietwagen-Station. Ich fand eine Telefonnummer an der Tür und rief dort an. Darauf kam ein Mann, der mir mitteilte, dass sie im Moment kein Auto zur Verfügung haben, aber im Verlaufe des Vormittags ein Auto zurück gegeben werde. Toll! Eigentlich wollte ich frühmorgens los, da ich am gleichen Tag 6 Stunden fahren wollte.
2 Stunden später kam ein Toyota Hilux, ein grosser Pickup, zurück und eine weitere halbe Stunde später, um 11:30 konnte ich aufbrechen.
Mein Ziel war das 285 km entfernte Dorf Janjanbureh, in dem es eine Unterkunft gab.
Unzählige Male passierte ich Strassensperren, wo ich den Polizisten Auskunft über mein Ziel geben musste. Oft fragten sie mich, ob ich Bekannte oder Verwandte ins nächste Dorf bringen könne. Das erste Mal sagte ich zu. Die Passagiere sassen hinten auf dem Pickup. Als sie beim nächsten Dorf nicht ausstiegen, sondern noch weiter fahren wollten, setzte ich die Passagiere ab. Denn bei einem Unfall hätte ich sicher Probleme mit der Versicherung bekommen. Alle weiteren Anfragen beantwortete ich mit Hinweis auf den fehlenden Versicherungsschutz abschlägig, was zum Glück verstanden wurde.
Ein kleiner See auf der Strecke

Siedlungen der Einheimischen

Ein Baobab-Baum bei meiner Unterkunft in Janjanbureh

Bansang
Ich fuhr noch 18 km weiter nach Bansang zur Riverside Lodge, wo dieser Hund am Gambia-Fluss Siesta machte.

Am nächsten Morgen wechselte ich mit einer Fähre die Flussseite. Die Fähre war klein, sodass jeder Millimeter ausgenutzt werden musste. Mein weisses Auto auf dem Bild unten wurde überraschenderweise nicht beschädigt.

Aussicht von der Fähre auf den Gambia-Fluss

River Gambia National Park
Weitere 22 km später kam ich nach Kuntaur, von wo Bootstouren zum River Gambia National Park starteten. Ich konnte mich einer Vierergruppe anschliessen, die gleichzeitig mit mir ankam.



Die Attraktion des Parks sind Schimpansen, die wir weit oben auf Bäumen am Ufer des Gambia-Flusses sahen.


Die Schimpansen waren nur mit dem Fernglas oder einem Teleobjektiv klar zu sehen. In Uganda hingegen sah ich die Schimpansen ganz nah.
Ein Krokodil sonnt sich auf einem umgestürzten Baumstamm.

Steinkreise von Wassu
10 Autominuten von Kuntaur entfernt finden sich die geheimnisvollen Steinkreise von Wassu, ein UNESCO Weltkulturerbe.
Wassu ist nur eine von etwa 2’000 bekannten Stätten mit ungefähr 29’000 Steinen im Norden Gambias und in Zentral-Senegal, die in einem Gebiet vorkommen, das 350 km lang und 100 km breit ist. Einige Steinkreise reichen ins 3. Jahrhundert vor Christus zurück, aber die Wassu Steinkreise wurden zwischen 927 und 1305 errichtet.



In 10 Minuten hatte ich die Steine gesehen und ich fuhr anschliessend in etwa 5 Stunden die 240 km zum Flughafen zurück.
Nachdem ich das Auto zurück gebracht hatte, übernachtete ich in einem kleinen Dorf in der Nähe der Busstation, von wo die Busse an die Grenze nach Senegal fahren. Auch bei meiner letzten Übernachtung gab es Probleme, denn obwohl eigentlich ein Frühstück inbegriffen war, tauchte der Besitzer am nächsten Morgen nicht auf. Ich war in meinem eigenen Bungalow, aber andere Gäste konnten das abgeschlossene Haupthaus nicht verlassen. Ich suchte ein Restaurant, aber in diesem Dorf gab es keines, das Frühstück servierte. Also verliess ich die Unterkunft ohne zu essen. Normalerweise fährt der Unterkunftsbesitzer die Leute mit seinem Auto an die Hauptstrasse, aber dieses Mal musste ich mich selbst darum kümmern. Der Weg war sandig und daher für meine Kofferrollen ungeeignet. Beim Nachbar sah ich einen Eselskarren herumstehen. Ich fragte ihn, ob er meine Koffer zur Hauptstrasse bringen könne, was er gerne machte.
Der Eselskarren mit meinen Koffern

An der Hauptstrasse fand ich einen Sammeltaxi, der mich ins 7 km entfernte Birkama brachte, von wo die Busse an die senegalesische Grenze fuhren.
Die Busstation von Birkama

Wie beschrieben ging in Gambia fast alles schief, was schiefgehen konnte. Zudem hat das Land fast keine Sehenswürdigkeiten. Ich würde Gambia nicht mehr besuchen.