Menü Schließen

Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien

September / Oktober 2025

Während den Schulsommerferien bleibe ich zu Hause. Dann sollen die Familien mit Schulkindern reisen. Aber im September besuche ich gerne den Süden Europas. Dieses Mal wollte ich drei Balkanländer entdecken, die schon länger auf meiner Liste standen. Ich flog zuerst nach Sarajevo in Bosnien-Herzegowina und reiste während einem Monat mit dem Mietauto über Montenegro nach Albanien und auf einem anderen Weg über Montenegro zurück nach Sarajevo, wo ich das Auto wieder abgab. Die ersten 10 Tage begleitete mich ein Kollege.

Bosnien-Herzegowina

Sarajevo

Sarajevo hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Attentat auf den Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Gemahlin am 28. Juni 1914 in Sarajevo war der Auslöser für den 1. Weltkrieg, bei dem etwa 17 Millionen Menschen starben. Eigentlich wollte Österreich-Ungarn als Antwort auf das Attentat Serbien bloss eine Lektion erteilen, doch die Beistandszusagen verschiedener Länder führten schlussendlich zu einem globalen Krieg. 1984 fanden die olympischen Winterspiele hier statt. Nur wenige Jahre später war die Stadt Schauplatz des Bosnienkrieges, während dem die Stadt während fast vier Jahre lang belagert und beschossen wurde.

Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

Ich war anfangs nur eine Nacht in Sarajevo und übernahm am nächsten Morgen ein Mietauto, mit dem ich einen Monat unterwegs war.

Das restaurierte Rathaus

Der Sebilj, ein Holzbrunnen aus dem 18. Jh., ist ein Wahrzeichen der Stadt.

Natürlich wollten wir gleich das Nationalgericht probieren, die Ćevapčići. Das sind Hackfleischwürste, die in einem Fladenbrot und mit Kajmak, eine Art saurer Rahm, serviert werden. Es schmeckte.

Ramsko Jezero See

Auf dem Weg zu unserer ersten Destination Mostar machten wir einen Umweg, um diesen wunderschönen künstlichen See zu sehen, der 1968 durch den Bau eines Dammes zur Elektrizitätserzeugung entstanden ist.

Nekropolis Dugo Polje

Weiter kamen wir an dieser Begräbnisstätte aus dem 13. Jh. vorbei, die 2016 als UNESCO Weltkulturstätte anerkannt wurde.

Mostar

Die Stadt erlangte während dem Bosnienkrieg traurige Berühmtheit, als ihre bekannte Brücke aus dem 16. Jh. und UNESCO Weltkulturerbe zerstört wurde. Nach dem Krieg wurden die Brücke und die Altstadt wieder aufgebaut. Heutzutage ist die Stadt wieder ein Touristenmagnet und das völlig zu recht, wie die Fotos zeigen.

Katzen sind in Mostar allgegenwärtig.

Unser Frühstückstisch mit Blick auf die Brücke

Im Innern der Moschee

Die nächsten beiden Bilder sind vom Biscevic Haus, das nun ein Museum ist.

Bei diesem nun verlassenen Shopping Center sind immer noch die Einschusslöcher des Bosnienkrieges zu sehen.

Millennium Cross

Das 33 Meter hohe Kreuz auf einem Aussichtshügel ist das grösste in Bosnien-Herzegowina und eine Pilgerstätte.

Aussicht vom Kreuz auf die Stadt Mostar

Fortica Hill

Ein weiterer Aussichtspunkt mit Blick auf Mostar

Neben einem Cafe gibt es auch eine Aussichtsplattform.

Kravica Wasserfälle

Diese eindrücklichen Wasserfälle befinden sich 40 km südlich von Mostar. Über 120 Meter Länge fällt der Fluss Trebižat 25 Meter in die Tiefe.

Medjugorje

1981 haben sechs Kinder berichtet, dass Ihnen die Muttergottes Maria erschienen ist. Lange Zeit hat der Vatikan die Marienerscheinung nicht anerkannt und verbot sogar Wallfahrten zu diesem Ort. Das beeindruckte die Gläubigen nicht. Bis zu einer Million Pilger besuchen jährlich diesen Ort. 2024 hat der Heilige Stuhl sein Verbot aufgehoben. Dem vorher unbekannten Ort hat die Erscheinung einen unglaublichen Aufschwung beschert.

In der Kirche

Die Gläubigen stehen Schlange, um die Beine einer überlebensgrossen Jesusstatue zu berühren.

Sutjesta National Park

150 km weiter Richtung Osten kamen wir zum 1962 gegründeten Sutjesta National Park, dem ältesten National Park in Bosnien-Herzegowina.

Wanderung zum Trnovačko See

Nach einer Autofahrt über eine unbefestigte Strasse erreichten wir den Parkplatz, wo unsere Wanderung startete.

Auf der Wanderung

Der See liegt in Montenegro. Am See steht daher eine kleine Grenzstation, wo wir einen Einreisestempel von Montenegro erhielten.

Der See war wunderbar idyllisch!

Museum der Schlacht von Sutjeska

Am nächsten Tag vor unserer Abreise besuchten wir das Denkmal der Schlacht von Sutjeska im Jahr 1943, eine der blutigsten während des 2. Weltkrieges in Jugoslawien. Partisanen kämpften gegen deutsche und italienische Soldaten.

Das Museum zeigt grauenvolle Kriegsszenen.

Montenegro

Nach rund 3 Stunden Fahrt Richtung Süden und dem Überqueren der Grenze erreichten wir die Bucht von Kotor in Montenegro. Dank der wundervollen Lage in einer verwinkelten Bucht, auch als südlichsten Fjord Europas bezeichnet, ist Kotor ein Touristenzentrum.

Kotor

Herceg Novi an der Kotor Bucht

Dieses pittoreske Städtchen befindet sich am Eingang der Bucht.

Altstadt von Kotor

Bereits seit Jahrtausenden besiedelt, haben die Venezianer die Stadt während ihrer Herrschaft von 1420 bis 1797 bis heute geprägt.

Blick auf die beleuchtete Stadtmauer von Kotor von der gegenüberliegenden Seite der Bucht

Petar II Petrović-Njegoš Mausoleum

Hoch über der Stadt nach unzähligen Spitzkehren und 30 Fahrkilometern auf einer engen Strasse findet sich dieses Mausoleum, in dem einer der wichtigsten Poeten und Philosophen der montenegrinischen und serbischen Literatur begraben ist.

Aussicht auf dem Weg zum Mausoleum

Im Innern

Aussicht vom Mausoleum auf die andere Seite

Eine weitere Aussicht auf dem Rückweg nach Kotor

Die Horizont Bar

Boot-Tour in der Kotor Bucht

Ein weiterer Höhepunkt war eine Bootstour in der Kotor Bucht.

Versteckt gibt es einen U-Boot Tunnel in der Bucht, der in den 1970er Jahren von der Jugoslawischen Armee gebaut wurde. Unser Bootsführer spielte laut die James Bond-Melodie, die perfekt passte.

Die blaue Grotte war nicht intensiv blau, da das Licht nicht im richtigen Winkel eintraf.

Am Eingang der Bucht befinden sich mehrere Befestigungsanlagen. Das Foto zeigt das Arza Fort, das im 19. Jh. durch Österreich-Ungarn errichtet wurde.

Weiter machten wir auf einer Insel halt, auf der eine Kirche stand.

Blick von der Insel auf Perast, ein weiterer idyllischer Ort an der Bucht

Aufstieg zum Kotor Fort

Das Kotor Fort, auch Fort von San Giovanni genannt, befindet sich 260 Meter über der Bucht.

Zuerst begegnete ich dieser verwunschenen Kirche.

Blicke auf die Altstadt

Budva

Der 23 km von Kotor entfernte Küstenort ist der berühmteste Badeort Montenegros und wird vor allem von Russen, Serben und weiteren Osteuropäern besucht.

Der Strand

Die Zitadelle des Ortes

Tintenfisch zum Nachtessen in der Altstadt. Er war so gut wie er aussieht!

Sveti Stefan

Die rund 10 km von Budva entfernte Halbinsel wurde im Laufe der Zeit komplett überbaut. Seit 2009 ist die gesamte Halbinsel ein 5-Sterne Resort, das ‚Aman Sveti Stefan‘. Nicht-Gäste können den Ort daher nicht betreten.

Ein Strand an der Budva Riviera

Petrovac

Auf meinem Tagesausflug mit dem Mietauto besuchte ich auch den 20 km von Budva entfernten Badeort Petrovac.

Kristallklares Wasser

Cetinje

Nach 30 km Fahrt ins Landerinnere erreichten wir die Hauptstadt des früheren Königreichs Montenegro, das 13’000 Einwohner zählende Städtchen Cetinje.

Blauer Palast

Noch heute ist hier die offizielle Residenz des montenegrinischen Präsidenten.

Lipa Höhle

Nur 5 km von Cetinje entfernt befindet sich diese Karsthöhle. Sie wurde im 19. Jh. entdeckt, nachdem ein Hund in dieses Loch gefallen war, überlebte und anfing zu bellen.

Sie ist 2.5 km lang. Wie die Bilder zeigen, ist sie sehr beeindruckend.

Weingut Ivan

24 km weiter westlich Richtung unserem Tagesziel Podgorica, der Hauptstadt von Montenegro, besuchten wir dieses kleine Weingut. Die Weine und die kalte Platte schmeckten.

Einen Wein degustierten wir direkt vom Stahltank.

Podgorica

Podgorica ist die Hauptstadt und mit 170’000 Einwohnern die grösste Stadt des Landes. Hier fanden wir exzellente Restaurants, z.B. das Diplomat und interessante Museen.

Der Zeitturm befindet sich in der Altstadt und stammt aus der Ottomanischen Periode, die im 18. Jh. begann.

Der moderne Markt

‚Museum and Gallery‘ besitzt die grösste Kunstsammlung der Stadt. Einerseits beherbergt es ein Museum mit historischen Ausstellungsstücken, andererseits ist es eine Galerie mit interessanten Kunstwerken. Das Foto zeigt die Galerie.

Auch eine Statue des wohl berühmtesten russischen Dichters Alexander Pushkin (1799 – 1837) findet sich in der Stadt.

Die 2005 eröffnete Millenium Brücke über den Fluss Morača ist eine Sehenswürdigkeit der Stadt.

Die 960 Meter lange und 195 Meter hohe Moračica Brücke wurde für 70 Millionen Euro von einer chinesischen Firma gebaut. Sie ist Teil der Autobahn A1, die in den montenegrinischen Bergen im Nirgendwo endet und daher kaum einen Nutzen hat.

Morača Canyon

Unser Ziel war das Kloster Spomenik Morača im imposante Canyon.

Am nächsten Tag reiste mein Kollege weiter nach Italien und ich fuhr von Podgorica in rund 30 Autominuten zur albanischen Grenze.

Albanien

Gleich nach der Grenze fielen mir die vielen Schlaglöchern in den Strassen auf. Albanien ist klar das am wenigsten entwickelte Land der drei bereisten Länder. Nach rund 45 Minuten erreichte ich meine erste Destination, die Stadt Shkodër.

Shkodër

Sie ist die 4.-grösste Stadt Albaniens mit rund 100’000 Einwohnern und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Gegend war schon in der Bronzezeit ab 4’000 v. Chr. besiedelt.

Dieses Foto zeigt die engen Platzverhältnisse in den Seitenstrassen. Mein Airbnb-Gastgeber suchte für mich mit dem Scooter einen Parkplatz, in den ich mein Auto hineinzwängen konnte. Wie überall auf meiner Balkanreise waren die Platzverhältnisse beim Parken und Manövrieren äusserst eng.

Shkodër Fort

Blick vom Fort auf die Stadt

Da ich an einem Sonntag ankam und alle Wechselstuben geschlossen hatten, liess mich der Mann am Schlosseingang gratis rein, nachdem ich ihm meine Situation geschildert hatte und erwähnte, dass ich nun eine Stunde von der Stadt zum Schloss gelaufen war und ungern unverrichteter Dinge wieder abziehen wollte.

Der strategisch wichtige Hügel zwischen zwei Flüssen beherbergte schon seit Jahrtausenden befestigte Anlagen. Die heutige Festung stammt grösstenteils aus der venezianischen Periode (13. Jh.). Im 15. Jh. eroberten die Ottomanen die Stadt und die Festung.

Die Moschee von Shkodër

Nachtleben

Theth

Weiter fuhr ich rund 75 km über eine enge und kurvenreiche Strasse in die albanischen Berge nach Theth, ein auf 750 Meter Höhe gelegenes Dorf, wohin die Christen vor rund 350 Jahren flüchteten. Die Strasse wurde erst vor wenigen Jahren asphaltiert und ist während den Wintermonaten oft nicht befahrbar. Seit 2022 ist die Gegend durch den Theth Nationalpark geschützt.

Die Kirche von Theth

Wanderung zum Blue Eye See (Blaues Auge)

Die schönste Wanderung ist jene zum Blue Eye See. Sie ist 11 km lang. In rund 3 Stunden erreichte ich den See.

Ich ging früh los und hatte bei meiner Ankunft den See noch fast für mich alleine. Er ist wirklich ein lohnendes Wanderziel!

und von weiter oben

Als ich den See verliess, kamen mir Horden von Menschen entgegen. Ich denke nicht, dass diese Leute die Magie des Ortes erfahren konnten.

Der Fluss weiter unten

Auf dem Rückweg

Grunas Wasserfall

Auf halbem Weg machte ich einen Umweg, um diesem Wasserfall einen Besuch abzustatten. Imposant!

und mit Hund

Tirana

Von Theth fuhr ich in rund 3 ½ Stunden die 175 km zur Hauptstadt Tirana. In dieser Stadt zu fahren war sehr abenteuerlich. Oft blieben nur wenige Zentimeter zwischen meinem Auto und den anderen Verkehrsteilnehmern, die sich an keine Regeln hielten. So war es nicht verwunderlich, dass eigentlich alle Autos Beulen aufwiesen. Auch mein Auto hatte schon bei der Übernahme ein paar kleinere Schrammen. Nachdem ich es mit hohem Puls bis zur Tiefgarage meiner Unterkunft geschafft hatte, rührte ich mein Auto während meines Aufenthaltes in Tirana nicht mehr an, sondern war zu Fuss oder mit dem Taxi unterwegs.

Skanderberg Statue

Hier begegnete ich das erste Mal Skanderberg (1405 – 1468), dem Nationalheld Albaniens. Er war der wichtigste militärische Führer im Kampf gegen die Ottomanen.

Namazgah Moschee

Diese 2024 eröffnete Moschee ist mit einem Fassungsvermögen von 10’000 Gläubigen die grösste im Balkan. Einen Teil der Baukosten hat die Türkei übernommen.

Der Basar

Auferstehungskathedrale

Diese orthodoxe Kirche wurde 2012 eingeweiht und ist eine der grössten im Balkan.

Et’hem-Bey-Moschee

Diese historische Moschee gleich neben dem Hauptplatz aus dem 18. Jh. beeindruckt durch ihre farbenfrohen Fresken.

Tirana Pyramide

Diese Struktur war 1988 als Museum zum Andenken an Enver Hoxha eröffnet worden. Enver Hoxha war ein langjähriger kommunistischer Führer und war drei Jahre vorher verstorben. Nach dem Fall des Kommunismus wurde das Gebäude als Ausstellungszentrum und während des Kosovokrieges als Nato-Basis genutzt und ist nun ein IT-Zentrum.

Museum der geheimen Überwachung

Dieses im Haus der Blätter untergebrachte Museum im Zentrum von Tirana war während der kommunistischen Ära ein Abhörzentrum und ein Folterort. Das Museum vermittelt in 31 Räumen die Tätigkeiten des Geheimdienstes mit vielen Ausstellungsstücken wie die mehr als 50 Jahre alten Abhörwanzen und Aufnahmegeräte. Zudem wird aufgezeigt, wie diese Tätigkeiten die ganze Gesellschaft veränderten. Das Museum ist jenen Menschen gewidmet, die während des kommunistischen Regimes bespitzelt, verhaftet, verfolgt, gefoltert, verurteilt und hingerichtet wurden. Fotos waren nicht erlaubt.

Bunk’Art

In einem Aussenquartier kann ein ehemaliger Nuklearbunker besucht werden, der ausschliesslich für die kommunistische Elite bestimmt war. Er wurde jedoch nie benutzt.

Bati Restaurant

Wie in Hauptstädten üblich gab es auch in Tirana gute Restaurants. Das Bati gefiel mir besonders.

Nalu Restaurant

Auch das Nalu Restaurant ist empfehlenswert.

Wanderung auf den Dajti Berg

Von Tirana führt eine Seilbahn auf den durch den Dajti Mountain National Park geschützten Hausberg von Tirana.

Ab der Bergstation der Seilbahn erreichte ich den 1’612 Meter hohen Gipfel des Dajti-Berges nach einer 2-stündigen Wanderung durch Eichenwälder.

Atemberaubende Aussichten über Tirana …

… und den Nationalpark

Von Tirana reiste ich weiter der Küste entlang. Mein Ziel war das 270 km entfernte Küstenstädtchen Saranda ganz im Süden von Albanien. Unterwegs gab es einiges zu sehen.

Durres

Als ersten machte ich einen Stop am Badeort Durres, einem beliebten Ausflugsziel der Hauptstädter an der Küste.

Archäologische Stätte von Apollonia

Auf dem Weg sah ich ein Schild an der Strasse, das auf eine archäologische Stätte hinwies. Immer interessiert, bog ich kurzerhand ab und bereute den Besuch nicht. Wie so vieles im Balkan ist auch diese Sehenswürdigkeit ungerechtfertigterweise kaum bekannt.

Die nach dem römischen Gott Apollo benannte Stadt wurde 558 v. Chr. von den Griechen gegründet und kam später unter römische Herrschaft.

Ich fuhr weiter Richtung Süden und genoss immer wieder Ausblicke auf Strände und das Meer.

Blick auf Vlorë

Strand von Dhërmiu

Blick auf den Jale Strand

Blick auf den Borsh Strand

Saranda

Saranda ist ein beliebter Badeort. Die Grenze zu Griechenland und die Insel Korfu sind ganz in der Nähe.

Ich hatte ein Apartment mit toller Aussicht.

Die Aussicht am nächsten Morgen

In der Nähe gab es einige Strände zu entdecken.

Manastir Strand

An diesem Strand wird gerade eine neue Feriensiedlung gebaut.

Mirror Strand

Pulëbardhës Strand

Wine Bar Kristiano

Oberhalb von Saranda befindet sich diese Bar …

… mit atemberaubender Aussicht über die Stadt.

Antike Stadt Butrint

Südlich von Saranda, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Griechenland entfernt, befindet sich dieses UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt besteht aus zahlreichen Palästen, Strassen und Festungsanlagen und ist weitläufig und gut erhalten. Ich war sehr beeindruckt!

Im 10. Jh. v. Chr. gegründet, haben hier die Illyrer, Griechen, Römer, Byzantiner, Slawen, Normannen, Venezianer und Ottomanen ihre Spuren hinterlassen.

Blue Eye Syri i Kaltër

20 km von Saranda entfernt befindet sich eine Karstquelle, aus der kristallklares Wasser austritt.

Die Quelle

Gjirokastra

Diese Stadt wurde wegen ihrer gut erhaltenen Altstadt, den historischen Gebäuden und der Burg ebenfalls als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Bereits im 6. Jh. n. Chr. wurde der Burghügel mit Mauern befestigt.

Reich verzierte historische Häuser

Auch in dieser Stadt begegneten mir viele Katzen, auf diesem Bild sogar gleich sechs.

Die Burg

Aussicht von der Burg auf die Gegend

Wie überall im Balkan fahren in Westeuropa ausrangierte Mercedes hier noch viele Hunderttausend Kilometer weiter. Dieser hat mir besonders gefallen.

Auf meinem rund 200 km langen Weg von Gjirokastra zurück Richtung Norden nach Berat kam ich an einigen interessanten Orten vorbei.

Nach 60 km erreichte ich das Dorf Tepelena mit seiner Burg, die unterdessen mit modernen Häusern überbaut ist. Der Ort ist bekannt als Geburtsort von Ali Pasha, einem albanischen Herrscher, der von 1788 bis 1822 lebte.

Unter der Siedlung schlängelt sich der Fluss Vjosa durch das Tal, der immer wieder für Überschwemmungen sorgt.

Ali Pasha Brücke bei Tepelena

Der Fluss Vjosa

Noch heute gibt es wegen den wiederkehrenden Zerstörungen bloss eine Fussgängerbrücke über den Fluss.

Neben Fussgänger überqueren auch Schafe die Brücke.

Nach weiteren 50 km sah ich ein Schild am Strassenrand, das auf eine antike Stätte hinwies. Diese wollte ich erkunden.

Byllis Archäologischer Park

Diese weitläufige Stadt wurde im 4. Jh. v. Chr. von den Illyrern gegründet.

Die Überreste einer Basilika aus dem 5. Jh. n. Chr.

Die Stadt besass mit 7’500 Sitzplätzen das 3.-grösste Theater der antiken Welt! Es wurde im 3. Jh. v. Chr. gebaut.

Noch sind viele Teile der Stadt nicht ausgegraben.

Çobo Weingut

Ich hatte das Pech, das ich zeitgleich mit einem TUI-Bus beim Weingut ankam. Während die Bustouristen eine Massenabfertigung erhielten, kümmerte sich der eigentlich schon pensionierte Vater um mich. Das Olivenöl schmeckte, aber die Weine waren durchschnittlich. Es gab auch Oliven, Käse, Brot und getrocknetes Fleisch zu essen. Dann stellte der Vater eine Flasche ohne Etikette auf den Tisch. Es war ein soeben abgefüllter Wein aus der seltenen einheimischen Vlosh Traube. Es ist der Spitzenwein des Gutes, den man üblicherweise nicht degustieren kann. Dieser Wein überzeugte mich!

Berat

Berat ist eine wunderschöne Stadt, wie die vielen Fotos zeigen. Dank ihrem eigenen architektonischen Stil und der Burg auf einem Felsen über der Stadt wurde sie 2008 UNESCO Weltkulturerbe.

Zwei Brücken verbinden die Altstadt mit der gegenüberliegenden Flussseite. Hier sehen wir die Gorica Brücke.

Die Stadt wird auch Stadt der tausend Fenster genannt.

Im Innern der Kirche von Berat

Die Gorica Brücke während der Abenddämmerung

Berat Schloss

Schon 200 v. Chr. stand eine Festung auf dem Felsen über der Stadt, die von den Römern niedergebrannt wurde. Bald wurde eine weitere Festung gebaut und laufend erweitert. Das jetzige Schloss stammt vor allem aus dem 13. Jh. n. Chr., der byzantinischen Periode.

Innerhalb des Schlossgebietes gibt es 20 albanisch-orthodoxe Kirchen, die bewundernswert ausgestattet sind.

Blick auf Berat vom Schloss

Nach einer einstündigen Fahrt auf meinem Rückweg Richtung Norden machte ich eine Kaffeepause an der albanischen Küste.

Brilliant Hotel bei Golem Qeret

Nach einer weiteren einstündigen Fahrt erreichte ich die Bergstadt Kruje.

Kruje Schloss

Nach einer wechselvollen Geschichte nahmen die Ottomanen die Stadt und die Burg anfangs 15. Jh. ein, doch Skanderberg, dessen Reiterstatue mir schon in Tirana begegnete, konnte die Stadt und Burg 1443 zurück erobern und trotz drei Belagerungen der Ottomanen bis zu seinem Tod 1468 halten. Nach einer vierten Belagerung fiel die Stadt 1478 wieder an die Ottomanen zurück.

Blick auf das Schloss von der Stadt aus

Der Weg zum Schloss führt durch Souvenirstände

Fantastische Aussicht vom Schloss auf die Gegend …

… und auf die Stadt

Im Schloss gibt es ein Skanderberg-Museum.

Blick auf das Schloss vom Turm

Ein typisches albanisches Haus

Im Schloss gab es auch eine Olivenölmühle.

Am nächsten Tag fuhr ich in rund 2 ½ Stunden zur montenegrinischen Grenze und in 1 ¾ Stunden weiter zum in den Bergen gelegene Kloster Ostrog.

Montenegro

Kloster Ostrog

Das Kloster wurde anfangs 17. Jh. in eine Felswand gebaut und ist heute der wichtigste Pilgerort in Montenegro.

Anschliessend fuhr ich weitere zwei Stunden nach Zabljak am Durmitor National Park. Als ich abends ankam, war es anfangs Oktober bitterkalt, denn das Dorf liegt auf einer Höhe von 1’456 Meter.

Zabljak

Ćurevac Wanderung

Nach einer Fahrt durch einen Wald erreichte ich den Parkplatz, von wo die 40-minütige Wanderung startete. Über Stock und Stein erreichte ich den Aussichtspunkt Ćurevac, der einen Blick auf den tiefsten Canyon Europas freigibt, dem Tara Canyon. Ich hatte mehr erwartet.

Sedlo Pass-Strasse

Die Strasse von Zabljak über den Sedlo Pass nach Plužine übertraf hingegen die Erwartungen, wie die folgenden Fotos zeigen.

Teils lag schon Schnee.

Der Sattel, der dem Sedlo Pass den Namen gab

Aussicht auf den Piva See

Auf dem Rückweg

St.-Johannes-Kathedrale in Pišče

Ein sehr eindrucksvoller Tag ging zu Ende!

Am nächsten Tag fuhr ich in rund 4 Stunden über die Grenze nach Sarajevo, wo ich das Mietauto zurück gab.

Bosnien-Herzegowina

Sarajevo

Bei meiner Ankunft Mitte September lief ich im T-Shirt herum, aber nun einen Monat später war es spürbar kälter.

Sogleich begab ich mich in ein Kaffee, das ich schon vor einem Monat besuchte und das ausgezeichnete Balklava-Kuchen und andere Süssigkeiten im Angebot hatte.

Baklava

Kathedrale Herz Jesu (Katedrala Srca Isusova)

Diese 1887 erbaute katholische Kirche ist die grösste im Bosnien-Herzegowina.

Gazi Husrev-beg Moschee

Die aus dem 16. Jh. stammende Sunni-Moschee ist die grösste und wichtigste historische Moschee im Land.

Museen über den Bosnienkrieg

Gleich vier Museen sind dem Bosnienkrieg gewidmet, der von 1992 bis 1995 dauerte.

Das ‚Museum für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord 1992–1995‘ erinnert an die schrecklichen Taten, in dem Schicksale von Kriegsopfern mit Fotos und gefundenen persönlichen Gegenständen erzählt werden.

Das Museum ‚Galerija 11/07/95‘ bringt dem Besucher mit Fotos, Videos und Karten das Srebrenica Massaker näher, bei dem in einer Woche 8’372 Bosniaken durch bosnisch-serbische Truppen umgebracht wurden. Das Massaker ist das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das ‚Museum der Belagerung von Sarajevo‘ zeigt die Belagerung anhand der Schicksale einzelner Einwohner mit persönlichen Gegenständen, Fotos, Videos und Karten. Die Belagerung dauerte fast vier Jahre. Die Bewohner litten stark unter dem dauernden Beschuss aus Kanonen und Scharfschützen von den umliegenden Hügeln. Tausende starben wegen Mangel an Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung.

Das Museum ‚Kriegs-Kindheit-Museum‘ zeigt die Auswirkungen des Krieges auf die Kinder und ihre Kindheit auf. Sie leiden noch mehr unter einer kriegerischen Auseinandersetzung und werden für ihr ganzes Leben geprägt.

Diese Museen stimmten mich traurig und nachdenklich. Umso bedauernswerter ist es, dass sich diese schrecklichen Szenen in der heutigen Zeit wiederholen.

Als ich ein paar Monate später in Ruanda mit dem dortigen Genozid konfrontiert war, realisierte ich, dass normale Menschen unter der entsprechenden Propaganda zu schlimmen Kriegsverbrechen imstande sind.

Immerhin verurteilte der ‚Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien‘ in Den Haag zahlreiche am Bosnienkrieg beteiligte Personen als Kriegsverbrecher wie Slobodan Milošević, ein ehemaliger Präsident von Jugoslawien und Serbien und den General Ratko Mladić, unter dessen Leitung das Srebrenica Massaker verübt wurde.

Avaz Tower

Auf dem 172 Meter hohen Wolkenkratzer gibt es eine Aussichtsplattform.

Aussicht vom Avaz Tower über die Stadt

Rathaus

Blick vom gelben Fort

Weitere Süssigkeiten

Sarajevo hat ausgezeichnete Patisserien.

Vor meiner Rückreise profitierte ich von diesem Angebot!

Stadtbummel

Am Sebilj sind die Menschen einen Monat später in warme Kleider gehüllt.

Ewige Flamme

Dieses Denkmal mit einer ewigen Flamme erinnert an die Opfer des 2. Weltkrieges in Sarajavo und Bosnien-Herzegowina.

Die einmonatige Reise durch Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Albanien hat mir sehr gut gefallen. Trotz den fantastischen Landschaften, vielen Attraktionen und freundlichen Menschen sind diese Länder noch zu wenig bekannt.

Zwei Wochen später begann ich eine weitere Reise über den Winter 2025/26. Meine erste Destination war Tunesien.